Auf die Stadt rollt eine neue Klagewelle wegen der Platzvergabe für die kommende Annakirmes zu. Nach Informationen aus Schaustellerkreisen sind mindestens fünf Klagen bereits eingereicht, weitere sind zu erwarten. Für die Dürener CDU ist dies eine weitere Hiobsbotschaft. Während über die acht Klagen gegen die Vergabepraxis aus dem letzten Jahr vor Gericht noch gar nicht abschließend entschieden ist, muss sich die städtische Verwaltung nun mit weiteren Klagen auseinandersetzen.

„Diese Nachricht ist eine Katastrophe für die Stadt. Der ohnehin ramponierte Ruf der Annakirmes wird weiter in Mitleidenschaft gezogen. Diese Klageflut ist bundesweit ein einmaliger Vorgang, für den alleine die Rote Ampel die politische Verantwortung trägt“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Weschke. Und neben dem verherenden Imageschaden drohen der Stadt erneut finanzielle Belastungen aus den Prozesskostenrisiken sowie weiteren drohenden Schadensersatzforderungen. Hinzu kommt, dass es mittlerweile gute Schausteller gibt, die aus Protest gegen die seit einigen Jahren undurchsichtige Vergabepraxis von sich aus auf eine Bewerbung für die Annakirmes verzichten.

Für die CDU muss nun Schluss sein mit der bisherigen Form der Platzvergabe durch eine knappe politische Mehrheit der Ampel im Steuerausschuss und dessen Vorsitzenden Hubert Cremer (FDP). „Wir plädieren für die Abschaffung des Steuerausschusses, damit die Annakirmes in Düren endlich wieder zur Ruhe kommt“, so CDU-Parteivorsitzender Thomas Floßdorf. Einen entsprechenden Antrag wird die CDU in der kommenden Ratssitzung einbringen. Dies hat die CDU-Fraktion einstimmig beschlossen. „Dies sind wir unserer Annakirmes schuldig, um deren guten Ruf wieder herzustellen“, ergänzt Fraktionschef Stefan Weschke. „Und gleichzeitig sehen sich dann die derzeitigen Mitglieder des Ausschusses auch nicht mehr dem Vorwurf der Einflussnahme ausgesetzt, was in den vergangenen Wochen schon zu seltsamen Stilblüten geführt hat“, so Weschke weiter.

Geht es nach den beiden Christdemokraten, so soll eine andere Form der Platzvergabe unter Einbezug des Sachverstandes der Verwaltung gefunden werden, wie es auch in anderen Städten praktiziert wird. Dabei müssen wieder Attraktivität und Zuverlässigkeit des Schaustellerbetriebes die entscheidenden Vergabekriterien sein. „Die Transparenz der Vergabe der Plätze nach sachlichen und juristisch tragfähigen Kriterien müsse im Vordergrund stehen und die Annakirmes endlich wieder im guten Lichte erscheinen lassen“, so Thomas Floßdorf abschließend.