Deutschland und Israel verbindet eine einzigartige Freundschaft. Die Grundlage für gegenseitiges Verstehen und Vertrauen ist das Gespräch. Zu einem Tag voller Begegnungen, intensiver Gespräche und einem freundschaftlichen Miteinander war der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Issacharoff auf Einladung des CDU-Bundestagsabgeordneten und Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Thomas Rachel, im Kreis Düren zu Gast.

Der Botschafter suchte nach einem Mittagessen im Israelischen Streetfood Lokal NishNsuh das Gespräch mit Oberstufenschülern des Gymnasiums am Wirteltor, war zu Gast bei der Firma Gebr. Kufferath AG (GKD) in Mariaweiler und besuchte zum Abschluss seines Düren-Tages die Landsynagoge in Titz-Rödingen.

2021 06 17 2 Issacharoff Rachel 500pxDer Diplomat genoss den offenen und ehrlichen Austausch mit den Jugendlichen. Der Dürener Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel (CDU) betonte in dem Gespräch, dass es Wissenschaftler gewesen seien, die vor mehr als fünf Jahrzehnten die deutsch-israelischen Beziehungen mitbegründet haben. „Als Politiker beider Länder noch nicht miteinander kooperiert haben, haben Wissenschaftler das sehr wohl schon getan. Das war die Basis für die diplomatische Beziehungen zwischen Deutschland und Israel.“ Heute, ergänzte Rachel, gebe es zwischen beiden Staaten eine vertrauensvolle Partnerschaft. Rachel: „Trotzdem müssen wir uns fragen: Wie können wir mit dem grausamen Holocaust leben? Was haben wir davon gelernt?“ Eine Antwort auf diese Fragen gab Rachel gleich selbst: „Eine sehr wichtige Konsequenz ist, dass der Staat Israel das Recht hat, zu existieren. Das ist Teil der deutschen Staatsraison!“
Antisemitismus habe in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. „Wir müssen Antisemitismus ganz klar benennen, egal, woher er kommt. Wenn Juden in Deutschland nicht in Frieden leben können, kann keiner in Deutschland in Frieden leben.“, so Rachel.

Die Vergangenheit ist nicht vergessen – dies zeigen die Erfahrungen der vergangenen 70 Jahre. Dennoch oder gerade deswegen hat sich das Verhältnis zwischen Deutschen und Israelis als gut und belastbar erwiesen. Das Wissen um die Vergangenheit, aber auch gemeinsame Werte und Interessen verleihen den Beziehungen zwischen beiden Staaten einen einzigartigen Charakter, waren sich
Rachel und Issacharoff einig. Der Botschafter betonte, die beste Antwort gegen Hass und Ausgrenzung sei das persönliche Gespräch und ermutigte die Schülerinnen und Schüler des bilingualen
Geschichtskurses dazu, internationale Erfahrungen zu sammeln, um Vorurteile abzubauen.

Bei der Firma GKD in Mariaweiler verschaffte sich der Botschafter im Gespräch mit Ingo, Stephan und Lara Kufferath einen Überblick über die Tätigkeitsfelder des mittelständigen Unternehmens, das vielfältige Beziehungen zu Unternehmen in Israel pflegt.
Der Botschafter zeigte sich von dem abschließenden Besuch der Landsynagoge in Titz-Rödingen, die in einzigartiger Weise das jüdische Leben im ländlichen Raum dokumentiert, sehr berührt. Im Anschluss an die Besichtigung trug sich der Botschafter schließlich im Beisein des Titzer Bürgermeisters Jürgen Frantzen in dasGoldene Buch der Landgemeinde ein.

Fotos: Guido Barth