Initiativen
Sieben Chancen für Düren 2010Ein Beitrag zur stärkeren Profilierung meiner Heimatstadt Karl-Albert Eßer Ohne Perspektiven keine Zukunft. Auch eine Stadt braucht Per-spektiven. Düren hat sie. Die Rurstadt zeigt ein unverwechselbares Gesicht, geprägt durch markante Charakteristika, die historisch bedingt sind oder jüngere Entwicklungen und neue Aufbrüche widerspiegeln. Die Kreisstadt Düren liegt zwischen den beiden Oberzentren, der Kaiserstadt Aachen und der Domstadt Köln. Sie erfüllt die Funktion eines Mittelzentrums für die Menschen entlang der Rur. Straße und Schiene erschließen ihr Kernzonen Europas. Düren verfügt mit Leopold-Hoesch- und Papiermuseum, der angesehenen Musikschule, der großzügigen Stadtbücherei sowie dem Haus der Stadt über ein vielfältiges kulturelles Angebot von hoher Qualität. Dafür stehen auch die Jazztage. Der Freizeitwert der Stadt ist hoch, Sport für alle wird groß geschrie-ben, das Wirtschaftspotential wächst. Düren ist als Wohnort gefragt. Mit dem S-Bahn-Anschluß nach Köln erhält die Bindung an die Rhein- metropole einen neuen Akzent. Dies eröffnet der Rurstadt Perspekti-ven- nicht als Satellit der Großstadt, vielmehr als eigenständiges Zentrum. Düren hat Chancen - sieben allemal. Düren - Stadt im Herzen Europas Unsere Stadt ist weltoffen der Zukunft zugewandt. Menschen aller Kontinente, Religionen und Sprachen leben hier. Viele von ihnen bürgern sich ein. Sie sind ein Gewinn. Andere müssen noch zum Miteinander finden. Integration setzt das Erlernen der deutschen Sprache voraus. Neben Kindergarten und Schule sind vor allem die ausländischen Eltern gefordert. Düren pflegt Partnerschaften nach Österreich und Frankreich, nach der Ukraine, Bosnien-Herzegowina und China. Neue Städtepartner- schaften nach Polen und Südeuropa werden folgen. Dabei gilt: Wichtiger als offizielle Begegnungen ist die Begegnung zwischen den Menschen der Partnerstädte. Sie fördern die Verständigung - auch das Verständnis für Anderssein. Der neue Europaplatz ist das äußere Zeichen für den politischen Willen, Düren in den nächsten Jahren als Europastadt weiter zu positionieren. Düren - Stadt des Papiers Papier hat in Düren Tradition. Seine Herstellung, seine Verarbeitung prägten die Stadt und geben ihr weiterhin Gesicht. Papier ist das signifikante Markenzeichen der Rurstadt - auch wegen seiner kulturellen Bedeutung. Davon zeugt das Papiermuseum genau- so wie die weltweit einmalige Papier-Biennale im Leopold-Hoesch-Museum. Die einzigartige Sammlung zur papierverarbeitenden Industrie von Heinz Schmidt-Bachem würde ein weiteres Markenzeichen setzen. Papier soll das Stadtbild künftig auffällig prägen - eine wichtige Aufgabe des Stadtmarketings. Düren - Stadt der lebendigen Stadtteilen Düren ist das gelungene Beispiel dafür, wie unterschiedlich geprägte Stadtteile, die bis 1972 selbständig waren, ihren Charakter bewahren, zugleich aber durch eine attraktive Innenstadt gewinnen können. Und umgekehrt: Die City lebt von denen, die sie anzieht. Allen Stadtteilen gemeinsam ist eine ausgeprägte Infrastruktur mit Kindergarten und Kinderspielplatz, Grundschule, Kirche und Jugend- bzw. Pfarrheim, mit Sportstätten nd vielen bürgernahen Dienstleistungen. Sie sind alles andere reine Schlafstätten. Die Stadtteile ermöglichen ein aktives Miteinander. Ihre Vereine sind für ihr Eigenleben unverzichtbar. Sie integrieren Einheimische und Hinzugezogene. Sie initiieren Selbstverantwortung und gegenseitige Hilfe. Ihre Stärkung ist eine kommunalpolitische Pflichtaufgabe. Düren - Stadt attraktiven Wohnens Wohnen ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Der Erwerb von Wohn-eigentum - nicht zuletzt als sichere Altersvorsorge - hat für die meisten einen hohen Stellenwert. Nichts bindet mehr an eine Stadt als ein ansprechendes Zuhause. In allen Stadtteilen Dürens gibt es genügend Freiflächen, die für attraktiven und bezahlbaren Wohnungsbau genutzt werden können - von der Eigentumswohnung, dem Reihen- und Doppelhaus bis zum freistehenden Wohnhaus. Neubürger sind willkommen. Die neu ausgerichtete Grundstücks- und Wohneigentumsinitiative trägt erste Früchte - in Lendersdorf, Düren-Süd und Stadtmitte. Private Investoren entdecken zunehmend Düren als attraktiven Standort für Wohnungsbau. Diese Politik wird konsequent fortgeführt: in Arnoldsweiler, Niederau, Derichsweiler, im Dürener Norden und Osten, auf dem ehemaligen Fuhrparkgelände und anderswo. Sie gewährleistet den Stadtteilen die gewünschte Weiterentwicklung und der Gesamtstadt eine positive Bevölkerungsstruktur. Düren - Stadt anerkannter Schulen Noch stärker als bisher wird Bildung die soziale Frage unserer Zeit. Düren ist reich an Schulen, Stätten der vorschulischen Erziehung und der Weiterbildung. Sie fordern und fördern jede Begabung - nicht zuletzt der Behinderten und Leistungsschwächeren. In Düren sollen Lehrende und Lernende unter optimalen Bedingungen unterrichten und lernen können. Darum wird die Stadt ihren Rang als Schulstadt festigen. Sie wird die Schulerweiterungen vollenden und die bestehenden Schulen Schritt für Schritt sanieren. Düren - Stadt anspruchsvoller Märkte Innenstädte leben von markanten Gebäuden, von anziehenden Kultureinrichtungen, vom Angebot attraktiver Dienstleistungen, vom Schaufensterbummel und gutem Warenangebot, von ihrer problemlosen Erreichbarkeit - vor allem aber von ihrer Funktion als Ort der Kommunikation. Die Dürener City bietet dies. Der Markt ist der Kristallisationspunkt traditioneller Märkte, aber auch neuartiger. Der Wochenmarkt ist weit über die Stadtgrenzen angesehen. Der Geranienmarkt schlug sofort ein. Der Mittelaltermarkt setzte neue Akzente. Trödel- und Weihnachtsmarkt werden gut angenommen, sind aber verbesserungsfähig. Neue Märkte werden hinzukommen, so ein Oldtimermarkt, ein Kartoffelmarkt, ein Wein bzw. Spargelmarkt. Darüber hinaus gilt es, die Innenstadt weiter zu beleben - neue Dienstleister in die City zu ziehen, - das Kuhgassenviertel zu entwickeln - das Gelände des Bismarck-Bades zu nutzen - die Radwege in die Innenstadt auszubauen, - zusätzliche zentrumsnahe Parkplätze einzurichten, - die City als Ort attraktiven Wohnens zu fördern, - den Dürener Kultursommer attraktiver zu gestalten Die Annakirmes ist ein bundesweites Highlight. Sie strahlt weit über die Region hinaus. Düren - Stadt der vielseitigen Naherholung Düren ist Tor zur Eifel, aber die Stadt ist viel mehr: Sie besitzt als Ort der Naherholung einen eigenen Wert. Die Ruraue, die Parkanlagen, die Sport- und Spielstätten, die Badeseen, die Wälder und Ruhezonen zeigen das. Sie zu pflegen ist bleibt ein wichtiges Anliegen. Doch damit nicht genug: Durch die Erarbeitung und Umsetzung eines Kultur- und Gastronomiekonzeptes wird Schloß Burgau wieder zu einem beliebten Freizeitort für jung und alt. Der stadtnahe Holzbenden-Park sollte in Verbindung mit der geplanten Großsporthalle eine einladende Öffnung erhalten und noch attraktiver gestaltet werden. Düren im Aufbruch Dienstleister ergänzen zunehmend die Industrie, der die Stadt früher ihren wirtschaftlichen Aufstieg verdankte. Die Ansiedlung eines Lo-gistikzentrums der Bertelsmann-Gruppe im Großen Tal ist ebenso ein Signal wie die Schaffung der Automeile im Dürener Süden. Die ansässigen Unternehmen pflegen, die Ansiedlung neuer Firmen fördern, neue Gewerbeflächen ausweisen - Politik, Verwaltung und die neue Wirtschaftsförderungsgesellschaft sind gefordert. Aus dem ehemaligen Peill- und Putzler-Gelände wird in den nächsten Jahren ein Industrie- und Dienstleistungszentrum. Mit dem breit angelegten Moderationsprozess wird derzeit die notwendige Weiterentwicklung der Innenstadt eingeleitet. Das Leopold-Hoesch-Museum wird ab 2005 erweitert, sofern das Land zu seinen Zusagen steht. Dann werden noch mehr „Schätze” des Hauses der Öffentlichkeit zugänglich sein. Die geplante multifunktionale Halle am Hallenbad Jesuitenhof eröffnet die Chance auf überregionale Veranstaltungen in Sport und Kultur. Wenn der Bund zu seinen Zusagen steht, werden die Verkehrsströme durch die Stadt im Zuge neuer Autobahnanschlußstellen und durch die geplanten Umgehungsstraßen verlagert. Straßen, die jetzt die Stadt teilen, können dann zurückgebaut, neue Radwege im Sinne eines integrierten Verkehrskonzeptes angelegt werden. Fazit: Düren hat sieben Chancen und viel mehr. Wir müssen sie nur entschlossen nutzen. |