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Land und Bergbaubetreiber müssen Sorgen und Ängste der Bürger ernst nehmen

Die größtmögliche Sicherheit muss beim Tagebau Inden II Priorität haben

„Weder die Landesregierung noch der bisher zuständige Braunkohlenausschuss und erst recht nicht RWE Power können nach der Katastrophe in Nachterstedt so tun, als sei dort nichts passiert und stehe in keinerlei Zusammenhang zu den Tagebauen in unserer Region. Die Bürger haben einen Anspruch darauf, dass die politisch Verantwortlichen und insbesondere der Bergbaubetreiber deren Sorgen und Ängste ernst nehmen, zumal wir Erdbebengebiet sind“, fordert Dürens CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Albert Eßer. Er unterstützt damit die Position von Bürgermeister Paul Larue, der die Landesregierung aufgefordert hat, vor einer Entscheidung zur Änderung des Braunkohlenplanes auf jeden Fall die Ursachenforschung in Sachsen-Anhalt abzuwarten. Es sei beängstigend, wie schnell jetzt vom Bergbaubetreiber die Nicht-Vergleichbarkeit der Tagebauen in unserer Region und der im Osten Deutschlands festgestellt würde. Jahrelang seien die dortigen Tagebauseen als Vorbild für die Indener Seenlandschaft dargestellt worden. Darauf weist insbesondere auch der Vorsitzende des Bezirksausschusses Merken, Wilfried Prescher, hin. „Wenn heute schnell behauptet wird, solch eine Katastrophe wie in Nachterstedt sei z.B. beim zukünftigen Tagebau Inden II auszuschließen, müsse doch die Frage erlaubt sein, ob die gleichen Fachleute dies bis zum Wochenende nicht auch für Nachterstedt ausgeschlossen hätten?“, so die beiden Christdemokraten. Eßer erinnert zudem daran, dass es derzeit einen rechtskräftigen Braunkohlenplan gibt, der eine Verfüllung des ausgekohlten Tagebaus mit Erde vorsieht. „Niemand hindert derzeit die Landesregierung und den Bergbaubetreiber RWE Power daran, an diesem Braunkohlenplan festhalten.“ Eßer: „Damit auch das klar ist: Es geht uns nicht um eine Verhinderung des Braunkohlentagebaus insgesamt. Die Braunkohle ist wichtiger Teil des derzeitigen Energiemixes. Aber wenn die Tagebauen bei all den Verwerfungen, die sie ohnehin mit sich bringen, auch zukünftig von den Bürgern akzeptiert werden sollen, dann gelingt dies nur, wenn zugleich die größtmögliche Sicherheit garantiert ist. Und daran gibt es bei einer zukünftigen Befüllung des ausgekohlten Tagebaus Inden II mit Wasser erhebliche Zweifel.“