Seit längerer Zeit wird in Düren über einen Neubau eines Theatersaales für Sprechtheater und Kabarett mit einem Fassungsvermögen von etwa 350 Personen nachgedacht, der in Düren von den Kulturschaffenden bisher vermisst wird. Während das Haus der Stadt vor allem für Sprechtheateraufführungen eher zu groß ist, platzt der Kellersaal im KOMM bei vielen Kabarettveranstaltungen aus allen Nähten.

Im Rahmen des Masterplan-Prozesses war zuerst ein kleiner Anbau an die Pleußmühle diskutiert worden, der mit der Zeit immer größer wurde, um die entsprechende Personenzahl aufnehmen zu können.

Die CDU hat nun den Vorschlag eingebracht, diesen Theatersaal in die geplante Bebauung auf dem Hoeschplatz zu integrieren. Dort ist ein hochwertiger Baukörper für Wohnen, Dienstleistung, Handel und Gastronomie mit Tiefgarage vorgesehen. „Wir haben jetzt die einmalige Chance, den historischen Dreiklang von Museum, Marienkirche und Theater auf dem Hoeschplatz wieder herzustellen. Diese Chance sollten wir nutzen und den geplanten Theatersaal nicht hinter der Pleußmühle verstecken“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weschke. „Und wir sollten den Fehler mit der falschen Standortwahl des Hauses der Stadt auf der Nordseite der Bahn, mit dem die Dürenerinnen und Dürener bis heute fremdeln, nicht wiederholen, appelliert der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Thomas Floßdorf an die Ampel-Fraktionen SPD, Grüne, FDP und Linke, die bis jetzt den Anbau an die Pleußmühle favorisieren. Nach Ansicht der CDU braucht eine derartige Kultureinrichtung auch einen entsprechenden städtebaulichen Auftritt - und der ist zwischen den Schulgebäuden des Stiftischen Gymnasiums, einer Turnhalle und der Pleußmühle nicht gegeben, auf dem Hoeschplatz aber sehr wohl, der mit der geplanten Tiefgarage und der Nähe zum Kaiserplatz auch eine deutlich verkehrsgünstigere Lage hat.

Beispiele für die gelungene Integration von Theatersälen in multifunktionale Gebäude gibt es viele. Daher zeigen sich Floßdorf und Weschke überzeugt, dass sich ein kleineres Rangtheater unter der Regie des Kulturbetriebes und des KOMM in die geplante Bebauung auf dem Hoeschplatz sehr gut einfügen läßt. Und da sich der Hoeschplatz innerhalb der Masterplanzone befindet, dürfte auch hier eine Förderung der Investitionskosten mit Städtebaumitteln möglich sein. Zwar konstatieren die Christdemokraten, dass eine solche Umsetzung im Rahmen eines Ausschreibungsmodells schwieriger ist, aber nicht unmöglich. „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“, zeigt sich die CDU überzeugt und verweist auf ungelöste bauordnungsrechtliche Fragen, die einer Realisierung des Theaters an der Pleußmühle heute noch im Wege stehen.
„Der Hoeschplatz ist das Filetstück in der Innenstadt. Wir sollten den großen Wurf wagen!“ so Weschke und Floßdorf abschließend.