Politik möchte zivile Nachnutzung des Munitionsdepots Gürzenich ermöglichen

Unter Leitung des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Rachel MdB und Bürgermeister Paul Larue informierte sich die Politik bei Norbert Berger vom Bundeswehrdienstleistungszentrums Aachen und Kasernenkommandant Leutnant Marek Flissikowski über die Auflösung des Munitionslagers Gürzenichs.
Auf Initiative von Thomas Rachel, Bundestagsabgeordneter des Kreises Düren, fand ein Informationsbesuch in der Kaserne Gürzenich-Wald, dem ehemaligen Luftwaffenmunitionsdepot 81, statt. Das Munitionslager wird bis Mitte 2009 munitionsfrei sein und bis Ende des Jahres 2009 planmäßig vollständig geräumt sein. Über den derzeitigen Sachstand tauschten sich der Parlamentarische Staatssekretär der Bundesregierung, Thomas Rachel (CDU), und Dürens Bürgermeister Paul Larue mit dem Leiter des Bundeswehrdienstleistungszentrums Aachen, Norbert Berger, Kasernenkommandant Leutnant Marek Flissikowski sowie Eberhard Schaich, der vom Bezirksausschuss Gürzenich als Sprecher in Sachen Nachfolgenutzung der Liegenschaft fungiert, aus. Auch Ursula Otte, Vorsitzende des Bezirksausschusses Gürzenich, CDU-Fraktionsvorsitzender Karl Albert Eßer sowie Kreistagsabgeordneter Hermann-Josef Weingartz berieten mit, wie eine mögliche zivile Verwendung der Immobilie nach der Auflösung unter regionalen Gesichtspunkten aussehen könnte.
Oberstleutnant Haller, der mit der Abwicklung des Munitionslagers betraut ist, informierte den Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel darüber, dass für alle Mitarbeiter eine sozialverträgliche Anschlusslösung gefunden ist. Derzeit arbeiten noch 13 Personen im Lager an dessen Auflösung. Thomas Rachel: „Für die dort arbeitenden Menschen gute Lösungen zu finden, war erstmal das wichtigste. Ich bin froh, dass dies gelungen ist.“
Nun gehe es darum, für die Liegenschaft eine angemessene Verwendung zu finden, waren sich die Gesprächsteilnehmer einig. Dies sei auch im Interesse der Anwohner der Wohnsiedlung neben der Kaserne, betonte Rachel.
Die 40 bundeseigenen Einfamilienhäuser sind von der Schließung der Kaserne nicht direkt betroffen. Die Bundeswehr wird auch künftig ihr Besetzungsrecht für Angehörige der Bundeswehr in den Nachbarstandorten Aachen, Eschweiler, Nörvenich, Kerpen, Mechernich und Jülich nutzen. Thomas Rachel und Paul Larue begrüßten diese Perspektive einer sinnvollen Nutzung der Wohnsiedlung „Im Eichenbruch“.
Die Liegenschaft Kaserne Gürzenicher Wald, die 1953 von den Engländern gebaut und 11 Jahre später von der Bundeswehr übernommen wurde, umfasst eine Gesamtfläche von 150 Hektar mitten im Wald. 65 Munitionslagerhäuser auf dem Gelände bieten eine Lagerkapazität von rund 6000 Quadratmetern. Darüber hinaus existieren gut sanierte Schulungsräume. Ein Munitionslagerhaus ist als beheizbares Arbeitshaus zu nutzen, drei weitere als Bereitstellungshäuser für Transporte im Eingangsbereich. Die Lagerkapazitäten sowie die interessante Infrastruktur mit intaktem Gleisnetz bieten Möglichkeiten der Nutzung.
Bürgermeister Paul Larue berichtete, dass bei der Stadt Düren ein Arbeitskreis arbeitet, der intensiv nach potentiellen Nutzern sucht.
Hans-Hubert Victor, als Konversionsbeauftragter von der Stadt Düren mit der Umwandlung von einer militärischen in eine zivile Anschlussnutzung betraut, prüft seit geraumer Zeit in intensiven Gesprächen Möglichkeiten der zivilen Weiterverwendung.
Norbert Berger, der die Liegenschaft derzeit verwaltet, sagte zu, dass ein Geologe möglichst zeitnah die Frage von Altlasten überprüft. Es sei wünschenswert, wenn nahtlos eine Weiterverwendung der Liegenschaft möglich wäre.
Wenn das Munitionslager am 31. Dezember 2009 von der Bundeswehr aufgelöst ist, geht es in die Hände der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben in Köln (BIMA), die im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Finanzen (BMF) liegt, über.
